Das Projekt "Literarisches Tandem" hat im Frühjahr 2002 begonnen. Es ist ein "Schriftstelleraustausch" zwischen Berliner Autoren und ihren osteuropäischen Nachbarn. Ein Berliner Schriftsteller wird in eine osteuropäische Stadt reisen und sucht sich vor Ort ein "Pendant", d.h. einen Schriftsteller-Kollegen oder eine Kollegin, die dann nach Deutschland eingeladen werden. Beide werden ihre Eindrücke der jeweiligen Stadt literarisch festhalten. Bekanntschaften sollten den Schriftsteller-Dialog beginnen und fortsetzen, so daß sich zunächst eine lose Kette von Begegnungen und dadurch ein immer größeres Beziehungsgeflecht mit literarischem Hintergrund ergibt.

Begleitend zu dem Projekt finden Lesungen im Max Liebermann Haus statt. Eine Publikation mit den ersten fünf Tandems ist 2005 als Sonderheft der Reihe „Sprache im technischen Zeitalter“ unter dem Titel „Offenbar Europa“ erschienen.

Programmleitung und Moderation:
Hans-Joachim Neubauer, Journalist und Autor in Berlin. Er veröffentlichte u.a. "Fama - Eine Geschichte des Gerüchts" und "Einschluss - Bericht aus einem Gefängnis".

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Berlin – Kroatien
Ivana Sajko (Pula) – und Karsten Krampitz
(November/Dezember 2009 – April/Mai 2010)

Ivana Sajko

Ivana Sajko wurde 1975 in Zagreb, Kroatien, geboren und gilt als eine der wichtigsten literarischen Stimmen Südosteuropas. Sie ist Autorin, Dramaturgin, Mitbegründerin der Theatergruppe BAD co. und Lektorin bei FRAKCIJA - Internationales Magazin für Zeitgenössische Darstellende Künste. Für ihre Theatertexte, die sie auch selbst spielt und inszeniert, wurde sie mit zahlreichen wichtigen Preisen ausgezeichnet, u.a. Staatspreis 1999, 2001, 2003; Preis des Kroatischen Theaters 2004 und 2005. Ivana Sajko lebt in Zagreb und Istrien.

Publikationen (Auswahl)
- Smaknuta lica, 2001 (Executed faces)
- Zena bomba, 2004 (Trilogie: Archetyp:Medea/ Bombenfrau/Europa, Verlag der Autoren, 2008)
- Rio bar, 2005 (Rio Bar, Matthes & Seitz Berlin, 2008)
- Prema ludilu (i revoluciji), 2006 (Towards madness (and revolution))
- Povijest moje obitelji od 1941 do 1991, i nakon, 2009 (Die Geschichte meiner Familie von 1941 to 1991, und danach)
- Theater-Performances u.a.: a rose is a rose is a rose is a rose gefördet durch den Steirischen Herbst 2008 and Szenen mit Apfel geförder durch das Stadttheater Bern 2009.

Karsten Krampitz

Krampitz, 1969 in Rüdersdorf bei Berlin geboren, studierte Neuere und Neueste Geschichte, Politikwissenschaften und Neue deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2001 veröffentlicht er Artikel, Reportagen, Kolumnen in verschiedenen Zeitungen sowie zahlreiche Beiträge in Anthologien. Er ist außerdem Texter der Ostberliner Rockband Freygang und Mitbegründer der Behindertenzeitung mondkalb – Zeitschrift für das Organisierte Gebrechen. 2004 erhielt er das Alfred-Döblin-Stipendium.

Publikationen (Auswahl)
- Affentöter. Karin-Kramer-Verlag Berlin 2000.
- Der Kaiser vom Knochenberg. Ullstein Berlin 2002, List-Taschenbuch 2004.
- Ich werde dann gehen. Erinnerungen an Oskar Brüsewitz (Mit-Hg.) Evangelische Verlagsanstalt
Leipzig 2006.

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